1. Gesangs­wettbewerb "Die Meistersinger von Nürnberg" 2016

Der vom Staatstheater Nürnberg ins Leben gerufene Gesangswettbewerb „Die Meistersinger von Nürnberg“ findet ab 2016 alle zwei Jahre in der Stadt der Meistersinger statt und widmet sich insbesondere der Pflege des Deutschen Fachs.

Das Staatstheater Nürnberg ist mit 550 Festangestellten in den Sparten Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert und mehr als 700 Veranstaltungen im Jahr eines der großen Mehrspartenhäuser Deutschlands und das größte in Bayern. Unter der Leitung von Staatsintendant Peter Theiler konnte das Staatstheater Nürnberg über alle Sparten hinweg kontinuierlich seine Auslastungszahlen und das überregionale Renommee steigern. Vor allem durch die zahlreichen internationalen Koproduktionen mit den Theatern in Straßbourg, Toulouse und Bordeaux, aber auch Venedig, Belfast, Paris, London, Graz, Bern, Wien und Nizza wurde das Staatstheater Nürnberg dabei zu einem wichtigen Kulturbotschafter der Stadt Nürnberg.

Nürnberg – Die Stadt der Meistersinger

Nürnberg selbst verfügt über eine reiche Musik- und Operngeschichte, die sich bis in das Mittelalter verfolgen lässt. So war die einstige Kaiserburg ein Zentrum des Minnegesangs, die Kirchen St. Sebald und St. Lorenz, sowie die zahlreichen Klöster bildeten wichtige Zentren der Kirchenmusik und des Mysterienspiels. Fastnachtsspiele wurden vor allem durch Hans Sachs (1494-1576) beliebt, Singschulen etablierten sich und Nürnberg wurde zur gerühmten Stadt der Meistersinger. So verbinden sich Walther von Stolzing, Tannhäuser und Wolfram von Eschenbach mit Nürnberg oder der Region und stammt die erste erhaltene deutsche Oper „Seelewig“ (1644) von Sigmund Theophil Staden aus der Reichsstadt.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Nürnberg schließlich zu einem Sehnsuchtsort der Romantiker. Das mittelalterliche Stadtbild und seine reichen Traditionen ließen es als das Ideal einer deutschen Stadt erscheinen. Und so entdeckte auch Richard Wagner die Reichstadt Nürnberg, den Dichter Hans Sachs und die Welt der Meistersinger als Sujet für das Musiktheater und verewigte damit den Namen der Stadt in den Opernspielplänen der Welt. Vor allem aber stehen „Die Meistersinger von Nürnberg“ (1868) für die Utopie einer freien Bürgergesellschaft, in der Fragen der Kunst, der Tradition und des Fortschritts singend diskursiv verhandelt und zum Ausgleich gebracht werden.